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Mein Kampf gegen den Krebs

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Aufgeben ist keine Option

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April 2021

Der April startet mit dem Gründonnerstag und meiner 9. Gabe. Das nächste CT ist für den 21. April angesetzt. Die Nachbesprechung erfolgt dann am 22. April telefonisch.

Das ist jetzt schon das zweite Osterfest in Folge, dass uns mit ganz tollen Vorschriften versüßt wird. Ich will ehrlich sein, ich blicke überhaupt nicht mehr durch. Besonders genial ist, dass man auf die Idee kam, von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regeln einzuführen und teilweise sogar auf Kreisebene noch Unterschiede macht. Im Prinzip müsste man ununterbrochen Recherche betreiben und sich bei jedem Ortsschild erst einmal informieren, was Vorort gilt. Das nenne ich mal echte Vielfalt.

Da all diese Vorschriften für mich frei von jeglicher Logik und Sinnhaftigkeit sind, gebe ich mir mittlerweile keine Mühe mehr, das alles zu verstehen oder mir zu merken. Zugegeben, ich habe es da auch wesentlich einfacher als andere, da ich ohnehin nur zu Hause oder in der onkologischen Ambulanz bin. Aber verrückt ist das alles schon irgendwie.

Mein Sohn hat mich heute Morgen abgeholt, um mit mir in den Sonnenaufgang und nach Frankfurt zu fahren. In der Ambulanz lief dann wieder alles nach dem altbekannten Muster ab: Warten, Blutabnahme, warten und Infusion. Zwischendrin kam mein behandelnder Arzt vorbei, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Wegen der Beschwerden im rechten Knöchel wollte er bei mir nach der Therapie noch eine Ultraschalluntersuchung machen. Er wollte eine Thrombose ausschließen, was ihm dann auch gelungen ist. Gegen kurz vor 16 Uhr hat mich heute meine Schwester abgeholt, da meine Frau arbeiten musste. Bis auf die Ortsdurchfahrt Wiesbaden war das diesmal auch gar kein Problem. Aber warum eine Stadt wie Wiesbaden alles daran legt, möglichst viel Stau und damit Lärm und Abgase zu provozieren und zusätzlich auch noch die Straßen so unsicher wie nur möglich für Rad- und Rollerfahrer zu machen, ist mir absolut unverständlich. Das wird wahrscheinlich irgend eine von diesen unerklärlichen pseudoökologischen Ideologien sein, die immer das Gegenteil von dem erreichen, was sie offiziell beabsichtigen.

Karfreitag

Die letzten Tage waren für mich sehr anstrengend. Ich habe ganz gegen meine Art heute bis fast 10 Uhr geschlafen. So richtig putzmunter war ich aber trotzdem nicht. Ich kam nur ziemlich mühsam und langsam in die Gänge. Mittag war schon lange vorbei, bis ich mal im Bad war. Den heutigen Karfreitag bin ich also in aller Ruhe angegangen. Mir gehen dann immer die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. Dieser eigentlich traurige Tag, mit dem wir einer furchtbaren Hinrichtung gedenken, bietet dem Gläubigen aber auch positive Perspektiven. Ich interpretiere das dieses Jahr für mich so:

Jeder hat mal seine dunklen Tage. Genau das lehrt uns Ostern und ganz besonders der Karfreitag. Also vertreiben wir die Dunkelheit mit unserer Vorfreude auf unseren persönlichen Ostersonntag, selbst wenn es ein bisschen länger als drei Tage dauern sollte.


Ich wünsche allen ein gesegnetes Osterfest und den festen Glauben an, und die heilende Hoffnung auf den einen persönlichen Ostersonntag.

Irgendwann hat alles ein Ende oder doch nicht?

Vor ungefähr 30 Jahren haben meine Frau und ich uns eine Wohnzimmeruhr ausgesucht. Nichts Besonderes, aber uns hat sie immer supergut gefallen. Leider hat das Uhrwerk die letzte Zeitumstellung nicht überlebt. Trotz des hohen Alters war es ein funkgesteuertes Uhrwerk. Aber diesmal hat sich die Zeit nicht umgestellt. Normal löst man das Problem ganz einfach durch Entfernen der Batterie und kurzes Abwarten, danach wieder einlegen der Batterie. Diesmal hat sich das Uhrwerk aber nicht dafür entschieden, nur bis zur richtigen Zeit vorzulaufen, sondern dieses Tempo beizubehalten, bis die Batterie leer ist. Aber wer mich kennt weiß, ich gebe nicht so schnell auf. Also rasch aus Fernost ein Ersatzuhrwerk besorgt.

 

Der Umbau hat einwandfrei funktioniert, wenn auch die Uhr durch die Reinigung die Patina von drei Jahrzehnten Rauchen verloren hat und dadurch etwas an Charme eingebüßt hat. Aber wie das mit den Chinesen so ist, es sind halt keine Schweizer. Dieses neue Uhrwerk hat sich alle paar Minuten auf eine neue Fantasiezeit eingestellt. Das hilft im täglichen Leben nicht wirklich weiter. Also werde ich einen neuen Versuch starten und diesmal ein Uhrwerk ohne Funkempfang verbauen.

Ich fand es aber zu schade, das defekte Uhrwerk einfach zu entsorgen. Als Umweltfreund, der ich nun einmal bin, kam ich auf eine Idee zur Wiederverwertung. Da ich ja, wie eben erwähnt, ein echter Umweltfreund bin, sind mir die Grünen naturgemäß ein Gräuel. Was lag also näher, als eine spezielle "Grünenuhr" zu erschaffen. Das Ergebnis ist im Bilderalbum zu sehen. Man muss aber schon richtig hinschauen, um die Satire zu erkennen.

Ostersonntag, der dritte Tag nach der letzten Gabe, beginnt für mich am frühen Morgen mit sich deutlich verstärkenden Nebenwirkungen. Die Mukositis fängt wieder an sich zu entwickeln, das Nasenbluten und das Augentränen legen wieder deutlich zu. Lediglich die dicken Beine haben sich nicht verschlimmert.

Gedanken über Gott und die Welt

Unabhängig davon ist Ostern für mich auch immer wieder eine Zeit zum Nachdenken. Ich habe mir in der letzten Zeit viele Gedanken über mein persönliches Gottesbild gemacht. Es ist gar nicht so einfach, das herauszuarbeiten. Fertig werde ich damit wahrscheinlich nie, aber ich bin dran. Ich bin katholisch erzogen worden. Aber keinesfalls streng. Heute hat die katholische Kirche und die meisten ihrer Vertreter für mich nicht mehr viel mit Gott zu tun. Das Gleiche gilt für die evangelische Kirche. Da empfinde ich es eigentlich sogar noch schlimmer.

Für mich ist ganz klar erkennbar, dass es sich nicht nur bei den großen christlichen Konfessionen, sondern ebenso beim Islam, dem Judentum und anderen Religionen um reine Herrschaftssysteme handelt, deren einzige Aufgabe es ist, Menschen mittels Angst (z. B. vor der Hölle) zu beherrschen. Allesamt sind für mich  menschengemachte Konstrukte. Eine Kathedrale, Moschee oder Synagoge, mögen sie auch noch so beeindruckend und wunderschön sein, wurden nicht wirklich zur Ehrerbietung an einen Gott, sondern zur Manifestierung weltlicher Macht und Herrschaftsansprüche gebaut.

 

Ganz besonders in christlichen Gotteshäusern müsste jede Form von Prunk verpönt sein. Alle Vertreter christlicher Religionen, ganz besonders in den höheren Rängen, müssten ein sehr bescheidenes und wahrhaftiges Leben führen.

Aber zurück zu meinem (sehr lebendigen) Gottesbild. Für mich ist Gott keine Person, kein alter Mann in weißer Kleidung. Und diese ganzen tief greifenden theologischen Denkkonstrukte rund um das Thema Trinität kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Wenn es einen Gott gibt, der für alle Menschen gleichermaßen da ist, dann ist es ein einfacher Gott. Einer, den jeder verstehen kann. Einer, für den man nicht jahrelang studieren muss. Einer, den man einfach erfassen kann. Einer, den jeder erspüren kann. Für mich sind Gott, Jesus und der Heilige Geist letztlich ein und dasselbe; sie sind für mich Ausdruck seiner Vielfältigkeit. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Mein Gottesbild ist nicht einfach in Worte zu fassen. Ich möchte es hier dennoch einmal versuchen, auf eine einfache Formel zu reduzieren. Gott ist für mich die eine, die allgegenwärtige Schöpferkraft, die über den Dingen steht, voller unbändiger Kraft, grenzenloser Kreativität und absolut unvergänglich. Man könnte es auch als die Quelle wahrer und vorbehaltloser Liebe bezeichnen, von der wir alle schöpfen dürfen, wenn wir nur wollen.

Von guten Menschen und Gutmenschen

Jeder hat wahrscheinlich seine eigene Vorstellung, was einen guten Menschen ausmacht. Ich halte es da sehr einfach und richte mich nach dem einfachen Motto: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Ergänzend möchte ich in der heutigen Zeit noch hinzufügen: und nicht an ihrem schöngefärbten Geschwätz.

Ein guter Mensch kümmert sich im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten selbstlos und uneigennützig um seinen Nächsten. Damit ist keinesfalls der bloße Transfer von Geld und Gütern gemeint. Menschliche Zuwendung in Form von Aufmerksamkeit, Fürsorge und Liebe sind die wichtigsten Kennzeichen wirklich guter Menschen. Wer kann, leistet selbst Verzicht und gibt von den Früchten seines eigenen Fleißes etwas an andere ab. Er wirkt am liebsten im verborgenen und die Freude des anderen ist sein wahrer und einziger Lohn. Sein Handeln ist überlegt und basiert auf Wahrhaftigkeit und Respekt gegenüber dem Nächsten.


Den folgenden Text habe ich schon einige Male umgeschrieben. Nicht weil ich nicht wüsste, was ich zu sagen habe, sondern weil es mir sehr schwerfällt, bei diesem Thema eine angemessene Wortwahl zu finden. Zu sehr ist mir dieser Menschentyp zuwider. Für zu viele Missstände sind sie verantwortlich. Es geht hier um die sogenannten Gutmenschen.

 

Alles, was sie machen, tun sie in Wirklichkeit nur für sich selbst. Der öffentlich zur Schau gestellte Einsatz für das vermeintlich Gute, am besten in den sozialen Medien möglichst breitgetreten, dient ausschließlich der Selbstdarstellung. Schließlich soll ja die ganze Welt wissen, was für ein toller Mensch man ist. Bei den verrücktesten Sachen wird oft gedankenlos mitgemacht. Sie wechseln ihre Profilbilder schneller als andere Luft holen. Sie sind für oder gegen alles, was gerade im Trend ist und stehen so in Wirklichkeit für nichts, außer für Beliebigkeit. Bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Verhalten vollkommen normal und ein wichtiger Schritt in der Entwicklung.

Leider gibt es heute aber immer mehr Erwachsene, die die wichtigen Folgeschritte in ihrer Entwicklung nicht mehr gehen (wollen). Die Übernahme von Verantwortung, oft sogar die Verantwortung für sich selbst, wird dann statt an die Eltern an den Staat adressiert. Aber so kann eine freie Gesellschaft auf Dauer nicht funktionieren. Der Staat sind letztlich wir alle und so hat jeder, der nach dem Staat schreit, ganz natürlich auch die Pflicht, selbst etwas zu tun. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wer Bürgschaften für Flüchtlinge übernimmt, um sich als weltoffener Superheld zu inszenieren und dann heulend zur Politik rennt, wenn er daraus in Anspruch genommen werden soll, ist an Erbärmlichkeit und Lächerlichkeit wohl kaum zu überbieten.

Heute, am fünften Tag nach der letzten Gabe, geht es mir recht gut. Am meisten hat mich der Schnee beim Blick aus dem Fenster geärgert. Die Mukositis ist bisher vollkommen harmlos geblieben. Nur der Hals ärgert mich etwas mehr als sonst. Die anderen Nebenwirkungen bleiben annähernd konstant. Nur das Nasenbluten hat heute Nacht ein etwas längeres Stelldichein gegeben. Wenn das alles so bleibt, bin ich voll und ganz zufrieden. Nur das Wetter dürfte gerne wieder etwas wärmer werden.

Seit gestern ist mein Küchenplan wieder recht simpel. Für die nächsten Tage stehen nur noch Dinkel-Spaghetti mit grünem Pesto auf der Liste. Das macht das Leben noch einfacher. Ein Päckchen Spaghetti reicht, genauso wie ein Glas Pesto, für mehrere Mahlzeiten. Am ersten Tag isst meine Frau noch mit, danach mache ich mich dann alleine darüber her. Die Mukositis ist zwar lange noch nicht so schlimm wie sie sein könnte, aber trotzdem ist das Mundegefühl von den Spaghetti am angenehmsten. Außerdem kommt hinzu, dass sich mein Geschmacksempfinden während einer Mukositis verändert. Nichts schmeckt mehr so, wie man es vom Anschauen her erwarten würde. Nicht ganz, richtig, grünes Pesto schmeckt noch so wie immer. Das macht einen echten Spaßfaktor beim Essen aus.

 

Auch diesmal habe ich noch keine offenen Stellen auf der Zunge. Meine Maßnahmen scheinen auch diesmal zu wirken. Eigentlich ist die Zunge diesmal sogar nur leicht geschwollen und nur der Rachenraum brennt etwas beim Schlucken, außer natürlich bei Dinkel-Spaghetti mit grünem Pesto oder Pfefferminz-Kamillentee. Das macht mich sehr glücklich und zufrieden.

Ein weiterer kleiner Meilenstein ist für mich seit gestern erreicht. Anfang April musste ich doch bei der Krankenkasse den Reha-Antrag einreichen. Mittlerweile liegt mir die Bestätigung vor, dass dies auch fristgerecht funktioniert hat. Allerdings soll ich eines der Formulare noch von meinem Hausarzt ausfüllen lassen und nachreichen. Warum eine Krankenkasse einen Patienten in meiner Situation auffordert, das unbedingt selbst zu tun, erschließt sich mir nicht. Mittels einfachem Brief könnte die Krankenkasse das ohne großen Aufwand selbst erledigen, meine Einverständniserklärung liegt allen Beteiligten vor. Aber egal, ich habe erst für den 20. des Monats einen Termin bekommen. Dann muss die Krankenkasse halt leider etwas warten.

Impfen oder nicht?

Ich werde manchmal gefragt, ob ich geimpft werde bzw. ob ich mich impfen lassen möchte. Die Fragesteller meinen natürlich immer nur den einen Erreger, SARS-CoV-2. Meine Antwort geht in die Richtung: Lass mich kurz überlegen, bevor ich Nein sage.

Für mich stellt sich die Frage mit dem Impfen eigentlich nicht. Für Menschen wie mich sind alle Krankheitserreger sehr gefährlich. Ich gehöre zu einer Hochrisikogruppe. In dieser Logik müsste ich mich also eigentlich gegen Hunderte oder gar Tausende Erreger Impfen lassen. Da das selbst der stärkste Ochse nicht aushalten würde, machen aus meiner Sicht Impfungen bei mir überhaupt keinen Sinn. Außerdem ist mein Körper durch die Therapien bereits genug belastet, wer weiß, wie er da auf all die Stoffe reagieren würde, die in so einem Spritzlein sein können.

Ich verfolge deshalb für mich sicherheitshalber eine ganz andere Strategie. Der große Vorteil dieser Strategie ist, dass sie auch gut gegen den Krebs ist und den Körper in keiner Weise belastet. Als Erstes gehe ich natürlich unnötigen Gefahrensituationen und -quellen aus dem Weg. Ich vermeide also den Umgang mit erkrankten Menschen und Tieren. Wasche mir öfter mal die Hände und achte insgesamt auf Hygiene. Also eigentlich macht das meine Frau für mich. Ich stärke mein Immunsystem nach Kräften. Ich treibe Sport im Rahmen meiner Möglichkeiten, nehme täglich Vitamin D3, Vitamin C, Zink und Ingwer zu mir. Meine Frau achtet, bis auf die Mukositistage, auf eine Ausgewogene und gesunde Ernährung. Damit begegne ich allen Erregern gleichermaßen, ohne meinen Körper noch zusätzlich zu belasten.

Geht es Euch auch so?

Heute, genau eine Woche nach der letzten Gabe, hat sich das Nasenbluten, die Mukositis und die dicken Beine etwas verstärkt. An der Zunge versuchen zwei bis drei Stellen den Durchbruch. Bisher konnte ich mit Gel und Lutschtabletten dagegen halten. Aber warten wir es ab. Die Entscheidung fällt wahrscheinlich erst morgen. Egal wie es auch kommt, unsere Vorratskammer ist bis zum Rand mit Dinkel-Spaghetti und Pesto gefüllt. Es kann also letztlich nichts wirklich schiefgehen.

Aber eigentlich beschäftigt mich heute ein ganz anderes Thema: Die menschliche Wahrnehmung. Meine Wahrnehmung spielt mir nämlich ganz gerne einmal Streiche. Wobei das Phänomen, das mich heute beschäftigt, finde ich eigentlich sehr angenehm. Mir ist aufgefallen, dass Menschen, die ich kenne, in meinem Gedächtnis bzw. vor meinem geistigen Auge niemals eine Maske tragen. Bei sehr vielen Menschen nehme ich auch im Moment der Begegnung die Maske nicht wahr. Es fühlt sich so an, als würde ich hindurchschauen. Das krasseste Beispiel ist mein behandelnder Arzt in der Onkologie. Ich habe ihn vom ersten Tag an ins Herz geschlossen. Er erinnert mich sehr an meine Söhne und hat immer so ein liebeswert-freches Lächeln auf den Lippen. Ich glaube, selbst wenn er eine Sturmhaube tragen würde, würde ich sein Lächeln noch sehen.

Kennt ihr auch solche Phänomene oder machen das bei mir am Ende nur die Drogen, die mir eben dieser reizende Arzt alle drei Wochen einflössen lässt? Um dem nachzugehen, habe ich auf Telegramm eine Umfrage erstellt. Es würde mich freuen, wenn Ihr dort teilnehmen würdet. Hier ist der Link.

Neun Tage nach der letzten Gabe habe ich den Eindruck, dass meine Maßnahmen gegen die Mukositis wieder gewirkt haben. Es ist noch keine offene Stelle durchgebrochen und das Halsweh wird etwas weniger. Die Zunge ist aber nach wie vor geschwollen und das alte Mundgefühl ist auch noch lange nicht zurück. Mein gestriger Versuch, abends etwas anderes als Dinkel-Spaghetti mit grünem Pesto zu essen, ging eindeutig in die Hose. Die wenigen Gewürze der Mahlzeit haben im Nachhinein für einige Freudenmomente gesorgt. Erträglich, aber unangenehm. Das hätte ich mir ersparen können. Heute mach ich es wieder besser. Die restlichen Nebenwirkungen sind unverändert. Was aber mittlerweile tatsächlich den Eindruck macht, als wenn es langsam heilen wollte, ist die blutende Stelle am Hinterkopf. Sie ist deutlich kleiner geworden und blutet nicht mehr so schnell. Mit etwas Glück wird sie in ein bis zwei Wochen verschwunden sein.

 

 

Der einfache Schlüssel zum Glück

Was macht einen Menschen glücklich?

Diese Frage ist auf den ersten Blick nur schwer und vor allem nicht pauschal zu beantworten. Zu unterschiedlich scheinen die Menschen ihre Wünsche und Gefühle. In Wirklichkeit ist diese Frage aber ganz einfach zu beantworten.

Egal was ein Mensch sich wünscht, egal ob Ruhm, Reichtum, Macht, Liebe, einen Partner, Kinder, Gesundheit oder beruflichen Erfolg, wann ist er damit glücklich? Wie viel Ruhm und Ehre, wie viel Reichtum, wie viel Macht, wie viel Liebe, was für einen Partner, was für Kinder und wie viele davon, wie viel Gesundheit und wie viel beruflichen Erfolg braucht er, um glücklich zu sein?

Den Schlüssel zum Glück findet jeder Mensch nur in sich selbst. Es ist die Zufriedenheit. Verschiebe Deine Zufriedenheit und damit Dein Glück nicht in die Zukunft. Sei jetzt und heute zufrieden und schöpfe daraus die Kraft und das Glück für ein glückliches Leben und das Erreichen von Zielen. Du lebst nur heute. Gestern ist vorbei und ob ein Morgen kommt, weißt Du nicht.

Geht es Euch auch so? - Den Meisten schon ...

Die Umfrage war jetzt nicht so der Renner. Viele können anscheinend ohne die Telegram-App oder Telegram-Desktop nicht darauf zugreifen. Aber ich habe auch ohne die Umfrage viel Rückmeldungen erhalten. Vielen Dank dafür. Natürlich möchte ich Euch mein Fazit nicht vorenthalten.

Insgesamt ist bei mir der Eindruck entstanden, dass es den meisten Menschen so oder ähnlich geht, zumindest in Bezug auf die Erinnerungen. Selbst damit, dass ich im Moment einer Begegnung mit mir gut bekannten Menschen manchmal die Maske meines Gegenübers nicht wahrnehme, stehe ich nicht alleine da. Ich gehe davon aus, dass die Erklärung dafür nicht in der esoterischen Ecke (Drittes Auge und so ...) zu finden sein wird, sondern viel einfacher zu erklären ist. Wir sehen nämlich nie, was unsere Augen erfassen, sondern immer nur die Bilder, die unser Gehirn daraus macht. Vergleichbar mit der digitalen Fotografie. Der Sensor einer Kamera nimmt ein Bild auf, das im sogenannten RAW-Format gespeichert wird. Das sind reine Helligkeits- und Farbinformationen. Erst der Prozessor der Kamera oder der geübte Anwender mit einer Bildbearbeitungssoftware macht daraus das fertige Bild. Bei der Kamera gibt man dabei einfach nur ein grobes Muster vor (Bildlook, z. B. Sepia, natürlich oder schwarz/weiß), in der Bildbearbeitungssoftware regelt der Anwender alles nach seinen persönlichen Vorlieben notfalls bis in die kleinsten Details. Die Ergebnisse können deshalb ganz erheblich von der eigentlichen Aufnahme abweichen.

Nichts anderes passiert bei uns im Gehirn. Der Mensch sieht generell nur das, was er sehen möchte. Die Augen liefern dem Gehirn nur die RAW-Daten und das menschliche Gehirn, das meines Erachtens jedem Supercomputer überlegen ist, macht daraus in Echtzeit unsere individuelle Wahrnehmung. Der gleiche Prozess findet mit Sicherheit auch bei Erinnerungen und Träumen statt. Irgendwo in unserem Gehirn sind die ursprünglichen Daten gespeichert und unser Gehirn macht bei Bedarf daraus die tollsten Geschichten. Die Bilder hier sollen das Prinzip verdeutlichen.

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Da ich selbst kein allzu gutes Verhältnis zu Masken habe, einmal weil sie mir als Hochrisikopatient keinerlei Schutz gegen Viren und Ähnliches bieten, aber dafür bei falscher oder zu langer Anwendung recht gefährlich für mich sein können. Außerdem bekomme ich bei medizinischen Masken sofort Atemnot und kann daher keine tragen. Also blendet mein Gehirn diese Dinger einfach aus und fertig.

Zwölf Tage nach der letzten Gabe ist die Mukositis wieder Geschichte. Die Zunge fühlt sich zwar noch ein bisschen merkwürdig an, aber das war es auch schon. Meine Stimme ist noch etwas angeschlagen, aber wieder deutlich besser verständlich. Das Nasenbluten hat auch nachgelassen. Das Augentränen aber leider nicht. Die dicken Beine sind unverändert. Dafür heilt die Wunde an Kopf weiter. Neuerdings verwende ich neben der verschriebenen Tinktur auch ein altes Hausmittel. Wenn es funktioniert, werde ich es hier kundtun.

Heute, am Tag dreizehn nach der Gabe, habe ich der Kälte getrotzt und mal wieder einen längeren Fotospaziergang gemacht. Das mache ich am liebsten allein oder mit meiner Schwester. Alle anderen meckern immer, weil ich dauernd stehen bleibe und ewig nicht vorankomme. Die ganze letzte Zeit hatte ich immer nur das Handy dabei. Mir war die Kamera einfach zu schwer. Aber heute fühlte ich mich stark genug und meine Frau musste arbeiten. Ich finde, es hat sich gelohnt. Alleine der Reiher war die Mühe wert.

Zwei Wochen nach der letzten Gabe geht es mir richtig gut. Klar, die Müdigkeit, das Nasenbluten, das Augentränen und die dicken Beine sind geblieben, aber warum sollte ich mich daran stören. Ich habe mich daran gewöhnt und gelernt, damit umzugehen. Die Wunde am Kopf, die über Monate einfach nicht heilen wollte und täglich heftig geblutet hat, scheint mittlerweile fast ausgeheilt zu sein. Geholfen hat dabei wieder einmal eine tolle Empfehlung meiner lieben Schwester. Man zerdrückt ein Blatt der Hauswurz und trägt die austretende Flüssigkeit auf die Wunde auf. Mehr ist nicht zu tun. Das Ergebnis ist überzeugend.

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Sechszehn Tage nach der Gabe sind die Nebenwirkungen der Therapie leicht erträglich. Bleibt also genügend Zeit, sich fit für die nächste Gabe zu machen. Das wird dann schon die Zehnte dieser Therapie sein. Ich bin insgesamt sehr zufrieden, wie mein Körper dies alles bisher wegsteckt. Das ist nicht selbstverständlich. Sogar meine Haare wachsen wieder. Ich hatte unlängst morgens sogar einen kleinen Wuschelkopf.

Nächste Woche geht es wieder nach Frankfurt. Aber noch nicht zur zehnten Gabe, sondern erst einmal zum CT. Vorher brauche ich noch die Bauchspritzen. Die wird mir mein Sohn vermutlich heute und morgen verabreichen. Am Dienstag geht es zum Hausarzt. Diesmal sind mehrere Punkte abzuarbeiten. Zuerst die Blutentnahme für das CT, meine monatliche B12-Spritze und dann noch das ach so wichtige Formular G0600 der Deutschen Rentenversicherung wegen des Reha-Antrages.

Wenn Eitelkeit zum Boomerang wird

Heute, Neunzehntage nach der letzten Gabe, habe ich nur noch die üblichen Beschwerden, die seit Beginn dieser Therapie zu meinem Leben gehören. Heute steht ein Termin bei meinem Hausarzt an. Es ist aber einer, an dem ich an so richtig viel denken muss. Ich brauche meine monatliche B12-Spritze, ein bisschen Blut muss abgenommen werden, damit die Werte nach Frankfurt geschickt werden können für das CT, an das tolle Formular G0600 muss ich denken und meine Krankmeldung ist auch schon wieder fällig.

Und weil bei meinem tollen Hausarzt auch sehr nette und attraktive Damen arbeiten, gebe ich mir natürlich schon ein bisschen Mühe, nicht wie der letzte Haderlump dort aufzuschlagen. Also heute nicht nur rasieren, sondern auch noch Haare schneiden. Aber wie das halt so ist, wenn man sich besonders viel Mühe gibt, bleibt außer dem guten Willen oft nicht viel übrig. Ich habe mir zwar nicht die Haare verknorzt, aber mit dem Maschinchen bin ich an der Kopfwunde hängen geblieben. Seit diesem Moment blutet sie unaufhörlich.

Mittlerweile bin ich von meiner Radtour zum Arzt längst zurück, ärgere mich, dass ich die Krankmeldung vergessen habe und versuche immer noch, die Blutung an der Wunde am Kopf zu stillen. Es will heute einfach nicht klappen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich blute keinesfalls aus, aber zum Klamotten einsauen reicht es allemal. Also werde ich wohl noch den Rest des Tages mit einer Mütze auf dem Kopf dasitzen, die ein Taschentuch nach dem anderen gegen die Wunde drückt.

Heute war der Tag des CTs. Zum ersten Mal war es erst am späten Nachmittag. Für den Radiologen kam direkt nach mir bestimmt das Feierabendbier. Ich musste auch heute kein bisschen warten. Das Ergebnis werde ich frühestens morgen Nachmittag, wahrscheinlich aber eher am Montag erfahren. Gefühlt kann es eigentlich nur gut sein. Ich bekomme im Moment verhältnismäßig gut Luft und habe auch sonst keine neuen oder außergewöhnlichen Beschwerden bekommen. Warum sollte es also schlechter ausfallen. Aber man weiß ja nie. Es gibt immer mal die eine oder andere Metastase, die glaubt, sich neu einschleichen zu müssen. Wie die eine am 12. Brustwirbel, die im letzten September für etwas Aufregung bei mir sorgte. Glücklicherweise ist es jetzt aber recht still um sie geworden.

Der Tag danach ...

Es ist kaum zu glauben, kaum habe ich mich im Bad fertiggemacht, rappelt auch schon mein Telefon. Morgens noch vor zehn Uhr. Es war mein behandelnder Arzt aus der Onkologie. Ich werde einfach nicht müde, immer wieder zu betonen, was für ein eindrucksvoller Mensch er ist. Er rief an, um mir den Befund des CTs mitzuteilen. Die frühe Uhrzeit des Anrufs kann ich mir nur so erklären, dass er es nicht abwarten konnte, mir die freudige Nachricht zu überbringen. Zuerst seine Kurzfassung: Der Befund ist gut.

Der Haupttumor in der Lunge ist unverändert, was bei meiner Diagnose für sich genommen schon ein riesengroßer Erfolg ist. Zusätzlich ist aber die Metastase an der Leber sichtbar kleiner geworden. Der Rest war ihm keine Erwähnung mehr wert.

Insgesamt entnehme ich dem, was mir die verschiedensten Ärzte immer wieder gesagt haben, dass die von uns erzielten Erfolge nicht selbstverständlich sind und in diesem Ausmaß auch nicht zu erwarten waren. Ein Grund für mich, an meiner bisherigen Strategie festzuhalten und sie immer weiter zu verfeinern. Ich bin überzeugt davon, dass vor allem eine positive Lebenseinstellung und der unbedingte Wille zur Heilung ein wesentlicher Faktor sind und natürlich Vitamin D3, in laut Schulmedizin unvernünftig hohen Dosen.

Einfach mal sacken lassen.

Bei diesem wunderschönen, wenn auch noch etwas kühlen Wetter, genieße ich die Morgensonne auf unserem Balkon. Deshalb bin ich auch nicht mehr ganz so blass. Der Balkon geht Richtung Osten. Das hat im Frühjahr und im Herbst den Nachteil, dass ab mittags keine Sonne mehr da ist. Im Sommer ist das natürlich von Vorteil. Aber egal, ich genieße morgens mein Tässchen Kaffee, eingemummelt in eine dicke Decke und mit Winterjacke im Sonnenschein. Ich freue mich über die wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht und lausche dem Vogelgezwitscher. Das kann bei uns auch durchaus mal ziemlich laut werden. Gefühlt haben wir Hunderte von Spätzchen, Bachstelzen und manchmal auch die eine oder andere Blaumeise. Die größeren Vögel sind deutlich zurückhaltender mit ihrem Gesang. Aber auch da gibt es einiges bei uns zu sehen. Wir haben bei uns Amseln, Elstern, Raben, Rötelfalken, Reiher und einen riesigen Greifvogel.

 

Ich lasse dieses Spektakel dann sehr gerne in aller Ruhe auf mich wirken und hänge den verschiedensten Gedanken nach. So habe ich auch meine Arztgespräche der letzten Zeit noch einmal auf mich wirken lassen. Ich habe von allen Ärzten in der letzten Zeit nur positives Feedback bekommen. Und wenn ich dann so rumsitze und über mich nachdenke, fallen mir im Nachhinein immer wieder Dinge auf. Ich fange an zwischen den Zeilen zu lesen und frage mich des Öfteren, warum hat er das so gesagt und nicht anders. Es geht mir nicht darum, in den Krümeln zu suchen. Ganz im Gegenteil. Mir wurde aber bewusst, wie dankbar ich sein muss. Mein Fazit ist, dass nicht nur mein Hausarzt, sondern auch meine Ärzte in der Onkologie mir im Prinzip gesagt haben, dass ich bereits jetzt deutlich mehr erreicht habe, als bei meiner Diagnose zu erwarten war. Es scheint ganz und gar nicht selbstverständlich zu sein, dass wir den Haupttumor so weit zurückdrängen konnten und er sich im Moment so ruhig verhält.

Für mich heißt das ganz eindeutig, dass ich in meinen Bemühungen auf gar keinen Fall nachlassen darf. Eher im Gegenteil, ich sollte noch eine Schippe drauflegen. Schließlich möchte ich den Tumor solange als möglich kleinhalten. Genau deshalb arbeite ich Tag für Tag weiter an meinem persönlichen Wunder.

Der April neigt sich nun dem Ende zu. Ich werde ihn genau so beenden, wie ich ihn angefangen habe, mit einer Therapie. Morgen steht die zehnte Gabe der zweiten Therapie an. Für mich fängt der Tag dann wieder um 5.30 Uhr an. Ich bin dann bestimmt wieder bis zum frühen oder späten Nachmittag unterwegs. Ich fühle mich stark genug für die Gabe und freue mich schon darauf, all die lieben Menschen wiederzusehen.

Der Tag ist geschafft. Er hat für mich um kurz nach vier in der Früh angefangen. Sich um diese Zeit noch einmal hinzulegen macht bei mir keinen Sinn, dann würde ich verschlafen. Gegen 7.30 Uhr war ich dann in der Ambulanz. Die Blutentnahme war gegen 8 Uhr. Schon bei dieser frühen Routinearbeit hat sich der ausgesprochen nette Pfleger Zeit für ein kleines, aber anregendes Gespräch mit mir genommen.

 

So und dann war Warten angesagt. Dieses Mal dauerte es bis ca. 12.45 Uhr, bis die Therapie kam. Fertig war ich dann kurz nach 15 Uhr. Das lange Warten und die Therapie haben mich ziemlich geschafft. Irgendwie habe ich auch den ganzen Tag gefroren. In der Ambulanz ist es meist etwas frisch und es zieht wegen der Lüftungsanlage, aber so schlimm wie heute habe ich das noch nie empfunden. Eine liebe Schwester hat mir freundlicherweise eine Decke gebracht, sonst wäre ich vielleicht erfroren.

Mein behandelnder Arzt kam auch kurz vorbei, um sich nach mir zu erkundigen. Es ist immer wieder eine Freude, es mit diesem Mann zu tun zu haben. Er hat so eine charmante und herzliche Art. Im Moment sind die Gespräche besonders angenehm, haben wir doch nur gute Nachrichten auszutauschen. Aber ich denke, selbst wenn es eines Tages einmal anders kommen sollte, wird er mir alles sagen können, ohne mich damit zu erschrecken.

Tag eins nach der zehnten Gabe beginnt damit, dass ich richtig gut ausgeschlafen habe, nachdem ich gestern schon kurz vor 21 Uhr schlafen gegangen bin. Die Nebenwirkungen sind noch unverändert und damit harmlos. Schöner kann ein Monat für mich nicht ausklingen. Die einzige Veränderung, die ich mir wünschen würde wäre, dass es wettermäßig deutlich wärmer wird und sich der benötigte Regen, am besten zusammen mit Gevatter Wind, an die Ausgangssperre halten würde. Dann hätte sie wenigstens einen Sinn.

Vertrauen, heißt das auch blind folgen?

Vertraust Du mir nicht? Diese Frage bekommt man öfter zu hören. Ein echter Klassiker, besonders wenn man sie als Gegenfrage auf eine einfache Rückfrage bekommt. Aber diese Frage müsste in solchen Fällen ehrlicherweise lauten: Was fällt Dir ein, mir nicht zu glauben und/oder nicht auf mich zu hören?

Vertrauen hat überhaupt nichts mit Folgsamkeit, Gehorsam oder gar Hörigkeit zu tun. Vertrauen bedeutet, dass man davon ausgeht, dass der andere einen nicht absichtlich ausnutzt, hintergeht, belügt oder sonstige bösartige Dinge mit einem treiben möchte. Da es aber nun einmal Menschen sind, denen wir vertrauen, wissen wir natürlich auch, dass sie genauso fehlbar sind wie wir selbst. Es ist also ganz selbstverständlich und richtig, sich zu allem seine eigenen Gedanken zu machen und nicht einfach blind zu vertrauen. Das geschieht viel zu oft nur aus Bequemlichkeit. Außerdem, da es meist nahestehende Menschen sind denen wir vertrauen, die auch uns vertrauen oder vertrauen möchten, haben sie auch ein Anrecht darauf, dass wir sie auf eventuelle Fehler oder Probleme hinweisen. So etwas nennt sich Freundschaft und macht auch gute Familien aus. Nur so können wir voneinander profitieren und uns weiterentwickeln. Wer am dann Ende recht hat oder mit seiner Einschätzung besser gelegen hat, ist vollkommen unerheblich.

Das Thema Vertrauen kam in der Familie durch medizinische Themen auf und es war es mir wert, hier darüber zu schreiben. Denn schließlich vertraue ich auch meinem Hausarzt und meinem behandelnden Arzt in der Onkologie vorbehaltlos. Das bedeutet für mich aber keinesfalls, dass ich nur frage "wie hoch" wenn einer von ihnen sagt "hüpf". Vertrauen in diesem Fall bedeutet für mich, dass ich hundertprozentig davon überzeugt bin, das diese tollen Menschen immer nur das aus ihrer Sicht Beste für mich erreichen wollen. Und das ist doch schon unglaublich viel.

Er hat zu Recht vertraut, aber blindes Vertrauen geht auch mal daneben:

Wenn's nicht klappt: Ersatzlink

Wenn's nicht klappt: Ersatzlink

Bilder aus dem April 2021

4. Brief eines ganz lieben Menschen

Jeden Tag geschehen Wunder. Wir müssen sie nur zulassen.