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Mein Kampf gegen den Krebs

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Aufgeben ist keine Option

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Mai 2021

Da mit dem Mai auch wieder die Zeit des Jahres beginnt, in der die Sonne zwischen ca. 11 und 15 Uhr hoch genug am Himmel steht (min. 45°), dass der Mensch über die Haut ein überlebenswichtiges Hormon selbst erzeugen kann, möchte ich mich hier einmal dem Thema Vitamin D3 widmen.

Die Haut des Menschen kann mithilfe der UV-B Strahlung der Sonne Vitamin D3 erzeugen. Damit die UV-B Strahlung den Weg durch die Atmosphäre schafft, muss die Sonne recht hoch am Himmel stehen. Das sind die oben schon erwähnten 45°. Außerdem muss man wissen, das die Strahlung Kleidung nicht durchdringen kann. Wer also möglichst viel Vitamin D3 selbst erzeugen möchte, müsste sich von Mai bis September, immer zwischen 11und 15 Uhr, möglichst nackt und ohne Sonnencreme in der Sonne aufhalten. Optimieren kann man das dann noch, wenn man sich mit dem Rücken zur Sonne dreht. Das liegt daran, dass man festgestellt hat, dass die Haut am Rücken die höchste Produktivität für Vitamin D3 aufweist. Für mich ein klarer Hinweis darauf, dass unsere Vorfahren tatsächlich aus den sonnenverwöhnten Regionen dieser Welt stammen.

​In unseren Breiten ist das nicht wirklich einfach umzusetzen. Es ist zwar seit Corona durch das weitverbreitete Homeoffice vielleicht etwas einfacher geworden, aber trotzdem unrealistisch. So erklärt sich, dass mittlerweile Vitamin D3-Mangel sehr weit verbreitet ist. Wenn man weiß, wie wichtig dieses Hormon für fast alle Körperfunktionen ist, besteht großer Handlungsbedarf. Da Vitamin D3 nicht patentierbar ist, hat sich die Pharmaindustrie dieses Themas bisher so gut wie überhaupt nicht angenommen. Wahrscheinlich bringt es mehr Umsatz, wenn man mit hunderten patentierter Präparate Symptome unterdrückt, anstatt mit einem Präparat, das dann auch noch wegen der Konkurrenz billig wäre, tatsächlich zu heilen.

Wer genügend Vitamin D3 haben möchte, kommt nicht drumherum, sich im Markt der Nahrungsergänzungsmittel umzusehen. Zuerst macht es natürlich Sinn, den eigenen Vitamin D3-Spiegel ermitteln zu lassen. Ich mache das so, dass ich in unregelmäßigen Abständen bei den Blutabnahmen bei meinem Hausarzt vorher sage, dass ich gerne den Vitamin D3 -Wert haben möchte. Das kostet für das Labor immer etwas extra. Die Preise dafür liegen rund um die 30 €. Ärgerlich aber nicht dramatisch. Für mich aber ein Zeichen dafür, dass es einen guten Grund dafür gibt, das es Krankenkasse und nicht Gesundheitskasse heißt. Bei der Wichtigkeit des Vitamin D3 für jeden Menschen, wäre es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass zumindest beim großen Blutbild der Vitamin D3-Spiegel zum Standard gehört.

Nahezu jeder wird anfänglich einen Mangel feststellen. Aber was ist ein Mangel, welcher Wert stellt einen Mangel dar? Was und wie viel muss ich zusätzlich Einnehmen? Das sind Fragen, die ich selbst hier nicht beantworten kann und möchte. Da muss sich jeder selbst die Mühe machen, dass für sich selbst herauszufinden. Für alle die über eine Körperwaage und Internet verfügen, sollte das eine lösbare Aufgabe sein. Weiter unten habe ich ein paar Videos für die Anfangsinformation auf die Seite gestellt.

​Ist diese Hürde genommen, ist der Weg in die Apotheke der Einfachste und Sicherste. Da kann man sich sicher sein, dass die Präparate auch tatsächlich enthalten, was darauf steht. Es kann aber sein, dass der eine oder andere Apotheker bei dem Wunsch nach höher dosierten Präparaten erst einmal Schluckauf bekommt. Das ist aber harmlos, legt sich meist schnell und liegt nur daran, dass das Thema Vitamin D3 in der Schulmedizin ziemlich stiefmütterlich behandelt wird und Apotheker zwangsläufig rund um die Uhr mit Informationen der Pharmaindustrie bombardiert werden. So etwas nennt sich Berufskrankheit bzw. -blindheit. Sobald sich der Apotheker erholt und beruhigt hat, kann man meist ein nettes und entspanntes Gespräch führen und dabei das richtige Präparat finden.

Hier ein paar Informationen zu Vitamin D3 aus dem Internet

Wie viel man braucht, ist umstritten.

Ärzte und Institutionen, die sich intensiv mit dem Thema Vitamin D befassen, halten die offiziellen Empfehlungen allerdings für zu niedrig. Die Vitamin-D-Forschung ist ein weites Feld und die Zahlenangaben sind unter den Experten umstritten – egal, ob es um den Blutspiegel oder die Empfehlungen für eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D geht. Unstrittig ist nur, dass Sie mit ausreichender Zufuhr von Sonnenschein und Bewegung an der frischen Luft nichts falsch, sondern das Wichtigste richtig machen. Die Rahmenbedingungen dafür sind zugegebenermaßen oft nicht ganz einfach.
Wünschenswerte Blutspiegel für Vitamin D3:

  Mindestens: 30-40 ng/ml (75-100 nmol/l)
  Gut: 40-70 ng/ml (100-175 nmol/l)
  Höchstens: 100 ng/ml (250 nmol/l)

Ein deutsches Standardwerk der Labordiagnostik definiert folgende Referenzwerte:

  Alter bis 50 Jahre: 20-70 ng/ml (50-175 nmol/l)
  Alter ab 50 Jahre: 26-70 ng/ml (63-175 nmol/l)


Quelle: https://www.navigator-medizin.de/gesundheitsthemen/vitamine/vitamin-d/vitamin-d-normalwerte.html

Meine 11. Gabe der zweiten Therapie werde ich am 20. Mai bekommen. Bis dahin habe ich bisher noch keine festen Termine. Ich werde mich aber weiterhin um das Thema Reha-Antrag und Rente kümmern müssen. Dann kommen noch die üblichen Standards wie B12-Spritze und die Bauchspritzen. Wenn keine weiteren oder besonderen Nebenwirkungen auftreten, könnte es damit schon geschafft sein.

Heute, am 1. Mai, ist meine letzte Gabe zwei Tage her. Bisher haben sich meine Nebenwirkungen noch nicht nennenswert verstärkt. Das Mundgefühl fängt zwar ganz langsam an sich zu verändern, ist aber noch vollständig unspektakulär. Das Atmen fällt mir die letzten Tage mal leichter und mal etwas schwerer. Das dürfte aber eher am Pollenflug und Ähnlichem liegen als an den Tumoren, denn die sind ja glücklicherweise unverändert geblieben.

Gerade an so Feiertagen, an denen man früher gerne Ausflüge gemacht hat, empfinde ich die derzeitigen Einschränkungen als unangenehm. Ich kann nicht viel mehr machen wie spazieren und E-Bike fahren. Irgendwann wünscht man sich dann auch mal ein lohnendes Ziel. So etwas wie einkehren und einen Kaffee trinken oder einen Handkäs mit Musik essen. Diese Kleinigkeiten gehen mir total ab. Natürlich kann man sich das alles auch mitnehmen und das machen wir auch, aber es ist einfach nicht dasselbe. Es geht so viel Zwischenmenschliches verloren, was gerade für Menschen in meiner Situation eigentlich wichtig ist. Spätestens mit so einer Krankheit lernt man, wie wichtig das ist und wie gut es allen Beteiligten tut. Für mich war schon im Berufsleben der Kontakt mit den Kunden und der freundliche Umgang miteinander das Wichtigste und ein täglicher Glücksbringer.

Ich versuche mir etwas zum Ausgleich einfallen zu lassen. Bisher habe ich noch nicht viel auf die Kette bekommen, aber eine Idee habe ich jetzt umgesetzt. Unter dem Navigationspunkt Flyer/Karten kommt man jetzt auch zu von mir entworfenen Postkarten. Die kann sich jeder kostenlos bei mir bestellen und damit, wenn sie ihm gefallen, sich und anderen Menschen eine kleine Freude machen. Wie oft bekommt man heute noch Postkarten zugeschickt? Es wird jeden Empfänger zumindest einmal überraschen.

 

Was für eine merkwürdige Nacht

Heute ist Sonntag, der 2. Mai und damit Tag drei nach der Gabe. Ich bin im Moment irgendwie komplett durch den Wind. Die anfänglichen Erfolge mit der Hauswurz gegen meine stark blutende Kopfwunde haben sich heute Nacht in Luft aufgelöst. Seit Mitternacht kann ich nicht mehr richtig schlafen. Die meiste Zeit habe ich geblutet wie ein angeschossenes Reh. Ich finde, das klingt wesentlich stilvoller als die Formulierung mit dem ausgewachsenen weiblichen Ferkel, die mir zuerst in den Sinn kam. Aber egal.

Ich benutze seit über zehn Jahren wegen meiner Schlafapnoe ein spezielles Maschinchen. Ich setze dazu eine Atemmaske auf und sehe dann aus wie Tom Cruise in Top Gun. Neben den positiven optischen Effekten sorgt die Maschine dafür, dass ich keine bzw. weniger Atemaussetzer im Schlaf habe. Anfangs dachte ich, ich werde verrückt mit der Maske, mittlerweile möchte ich ohne gar nicht mehr schlafen. Jedenfalls hat das Band, das die Maske am Kopf fixiert, gegen die Wunde gerieben, bis sie angefangen hat, leicht zu bluten. Das trocknet dann an und bei der nächsten Bewegung von mir reißt die Wunde dann ganz auf. Jetzt sieht mein Kopfkissen aus wie in einem schlechten Tatort Krimi.

Man versucht dann natürlich Wege zu finden, die Blutung zu stoppen. Damit war ich einige Zeit beschäftigt und bin zwischendrin immer wieder kurz eingeschlafen. In diesen kurzen Schlafphasen habe ich die verrücktesten Dinge geträumt. Alles irgendwie bedrückend. Und jetzt muss ich erfahren, dass mein Chef heute Nacht vom Notarzt mit Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Ja genau, ich bin einer von denen, die da Zusammenhänge vermuten. Wir haben schließlich im Team über 20 Jahre lang zusammengearbeitet und viel gemeinsam erlebt. Da ist man irgendwie verbunden.

Alles wieder gut

Tag vier nach der Gabe ist wieder alles so, wie es sich gehört. Dicke Beine, Nasenbluten, Augentränen und Müdigkeit bewegen sich im gewohnten Bereich. Das Mundgefühl verändert sich ganz langsam wieder in Richtung Mukositis, aber noch kann ich fast alles essen, was ich möchte. Der Geschmacksinn verändert sich auch schon wieder und alles schmeckt anders als gewohnt. Aber auch daran habe ich mich bereits gewöhnt.
 

Heute Vormittag soll es für mehrere Tage das letzte Mal Sonnenschein geben. Das werde ich ausnutzen und noch schnell eine Runde mit dem E-Bike fahren gehen. Die nächsten Tage ist dann wohl eher Puzzle-Wetter angesagt.

RESPICE FINEM

Meine Frau und ich lieben die Nord- und Ostsee. Als wir im Jahre 2015 das erste Mal in Boltenhagen an der Ostsee waren, sind wir auf das Schloss Bothmer aufmerksam geworden. Ich kann nicht sagen warum, aber dieses Gebäude hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Das Wetter, die Beleuchtung, die Stimmung, alles passte irgendwie super zusammen. Nach der Besichtigung war es ganz um mich geschehen. Nicht nur die Geschichte des Gebäudes, sondern ganz besonders die seines Erbauers, der das fertige Schloss leider nie gesehen und bezogen hat. Es war Johann Caspar Graf von Bothmer. Eine beeindruckende Persönlichkeit seiner Zeit. Nach meinem Kenntnisstand ein Staatsmann, der in der heutigen Zeit seines Gleichen sucht. Sein Leitspruch war "RESPICE FINEM". Übersetzt heißt das "Bedenke das Ende". Ein Leitspruch, der eigentlich jedem Menschen gut zu Gesicht stehen würde. Viel zu selten trifft man noch Menschen, die wirklich wissen, was sie tun und warum sie es tun. Viele glauben das zwar von sich, aber oft reicht nur ein kurzes Hinterfragen und es herrscht nur noch Stille. Jedenfalls hat mich das Erlebnis Schloss Bothmer, welches eigentlich nur ein Herrenhaus ist, nachhaltig beeinflusst. Ich habe wieder angefangen, mich selbst mehr zu hinterfragen und mir auch und gerade über die langfristigen Folgen meines Handelns klar zu werden. Das kann ich nur empfehlen. Es strengt nicht wirklich an, man lernt viele neue Blickwinkel kennen, lässt manches lieber sein und macht dafür manches, dass man früher nicht getan hätte.

 
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Nach diesem kurzen Ausflug an die Ostsee komme ich mal zurück in den verregneten Taunus. Das Wetter ist, sagen wir mal "unbefriedigend", aber dafür geht es mir eigentlich ganz gut. Die Mukositis kündigt sich am fünften Tag nach der Gabe zwar immer deutlicher an, aber so lange die Zunge keine offenen Stellen hat, ist für mich die Welt in Ordnung. Die anderen Nebenwirkungen sind unverändert. Allerdings fällt es mir bei so einem Wetter noch schwerer wach zu bleiben. Mehr als eine Runde auf dem Heimtrainer kann ich da einfach nicht machen.

Der sechste Tag nach der Gabe ist seinem Vorgänger sehr ähnlich. Wetter und Nebenwirkungen halten sich im Rahmen. Das Mundgefühl und der Geschmacksinn verändern sich weiter Richtung Mukositis. Bereits seit gestern Abend ist bei mir wieder grünes Pesto angesagt. Das ist seltsamerweise bisher immer noch das Einzige, dass für mich mit und ohne Mukositis identisch schmeckt. Ich weiß zwar nicht, welche Geschmacksrezeptoren in meinem Mund jedes Mal durch die Mukositis einen Schlag wegbekommen, aber anscheinend spielen sie für grünes Pesto keine Rolle. Alles andere schmeckt irgendwie nur halb, irgendwie falsch. Ich merke gerade, das ist schwer in Worte zu fassen. Angelehnt an die Sprüche meines Sohnes kann ich es vielleicht so umschreiben "Pfingstrose, eindeutig Pfingstrose, im Abgang dann eher sanftes Mahagoni". Aber das ist eigentlich unwichtig, Hauptsache im Mund- und Rachenraum und auf der Zunge reißt nichts auf.

Acht Tage nach der letzten Gabe macht es den Anschein, als würde sich das Mundgefühl ganz langsam wieder normalisieren. Das wäre die schwächste und kürzeste Mukositis meiner bisherigen Therapielaufbahn. Genau genommen war es dann gar keine. Ich möchte mich nicht zu früh freuen, tu es aber irgendwie trotzdem. Ich kann meine Strategie dazu jedem anderen Betroffenen nur wärmstens ans Herz legen. Jetzt muss nur noch das Wetter sich genauso positiv entwickeln und meine kleine Welt ist in Ordnung. Leider habe ich den Wetterbericht so verstanden, dass der Sommer 2021 an diesem Sonntag stattfindet. Das ist zwar schön für den Muttertag, aber für einen ganzen Sommer doch ein wenig knapp bemessen.

Am neunten Tag nach der zehnten Gabe der zweiten Therapie bestätigt sich meine Hoffnung. Die Mukositis kam nicht zum Ausbruch und zieht sich langsam zurück. Heute gibt es dann für die nächsten drei Wochen zum letzten Mal Spaghetti mit Pesto. Die übrigen Nebenwirkungen bleiben nach wie vor unverändert. Ich habe mich damit aber schon längst abgefunden. Am meisten schränkt mich im Moment das Tränen der Augen ein. Selbst in geschlossenen Räumen hört das nicht auf. Ständiges Nasenputzen und ein rotes Säufernäschen durch das Wundwerden sind die Folge. Draußen geht ohne die schicke Laborbrille eigentlich gar nichts mehr. Vielleicht wird das mit steigenden Temperaturen etwas besser. Aber das muss ich abwarten. Das Atmen fällt mir im Moment etwas schwerer. Ich bin aber überzeugt davon, dass es an den vielen Pollen in der Luft liegt.

Da muss ich doch tatsächlich noch einen Nachtrag loswerden. Da gehe ich ganz unbefangen in das Bad, um mich einigermaßen herzurichten. Da zeigt mir die Waage doch tatsächlich 90,3 kg an. Das konnte ich gar nicht fassen. Um das zu dokumentieren, bin ich natürlich sofort losgegangen und habe mein Handy geholt. Ohne es zu merken und auch ohne bewusste Nahrungsaufnahme muss ich auf diesem Weg satte 100 g zugenommen haben. Jedenfalls konnte ich machen was ich wollte, die Waage zeigte immer 90,4 kg. Aber deswegen ist meine Freude nicht weniger groß. Seit Januar 2020 habe ich jetzt insgesamt 20 kg abgenommen und seit Januar 2021 sind es ebenfalls noch einmal stolze 10 kg. Damit ist ein für mich psychologisch wichtiges Etappenziel erreicht. Jetzt peile ich 85 kg an. Das möchte ich dann einfach nur halten. Dann habe ich zwar immer noch etwas Übergewicht, aber hoffentlich keinen allzu dicken Bauch mehr. Es ist ja jetzt schon beachtlich, was mir mittlerweile alles wieder deutlich leichter fällt als mit meinen 110 kg bei der Diagnose. Außerdem möchte ich ein kleines Polster haben, falls therapiemäßig wieder stärkere Geschütze aufgefahren werden müssen oder ich mir irgend einen Quatsch einfange.

Der Muttertag war wettermäßig einfach toll. Wir haben zum ersten Mal unseren Fahrradträger für das Auto ausprobiert. Wir haben unsere E-Bikes aufgeladen und sind nach Trebur gefahren, um eine Radtour am Altrhein zu machen. Glücklicherweise hat alles wunderbar funktioniert. Aber es ist schon heftig, wie viele Menschen an Sonn- und Feiertagen auf diesen Strecken unterwegs sind. Deshalb machen wir das normalerweise auch lieber unter der Woche. Aber da das Wetter mitspielen muss, hatten wir diesmal keine andere Wahl.

Der typische Radfahrer, der einfach nur zum Spaß von A nach B fährt, ist eindeutig in der Minderheit. Da gibt es jede Menge Typen, die sich anscheinend für Dietrich Thurau oder Jan Ullrich halten und versuchen mitten durchs Gedränge Rekorde zu jagen. Das ist auf viel befahrenen Radwegen keine wirklich gute Idee. Aber das tollste war gestern ein Inliner-Pärchen. Er, ein dauergrinsender Endsechziger, sie, eine von diesen selbst zwei Jahrzehnte jenseits der Menopause noch pubertierenden alten Schachteln, die so überzeugt davon sind, dass ihnen, aber wirklich nur ihnen die ganze Welt und damit natürlich auch der ganze Radweg gehört. Angezogen und gestylt wie jugendliche Extremsportler, aber letztlich so etwas von primitiv, dass man es kaum fassen und ertragen kann.

Wir selbst sind es sehr geruhsam angegangen. Wir haben uns ein nettes Schattenplätzchen am Altrhein gesucht und ein gemütliches Picknick gemacht. Insgesamt sind wir etwas über zwanzig Kilometer mit den Rädern unterwegs gewesen.

Christi Himmelfahrt, genau zwei Wochen nach der 10. Gabe der 2. Therapie, geht es mir richtig gut. Diesmal ist die Mukositis mehr oder weniger ausgefallen. Ich hatte keine stark geschwollene Zunge, keine offenen Stellen. Nur das Mundgefühl und der Geschmacksinn haben etwas gelitten. Aber das ist jetzt vorbei. Es ist wie mit allen anderen Nebenwirkungen. Ein gewisser Teil der Beschwerden geht nicht wirklich weg, aber sie haben so ein niedriges Niveau, dass ich sie einfach ignoriere. Schließlich möchte ich mir wegen Kleinigkeiten nicht den Tag verderben.

Im Moment beschäftige ich mich immer intensiver mit dem Thema Selbstheilung und andere alternative Methoden. Das liegt daran, dass ich, wie jeder andere Mensch, der auf bestimmte Medikamente unbedingt angewiesen ist, von den weltweit immer mehr gestörten Lieferketten betroffen sein könnte. Da ich nach meiner bisherigen Erfahrung davon ausgehen muss, dass, wenn zwei oder maximal drei meiner Therapien in Folge ausfallen, mir im wahrsten Sinne des Wortes die Luft ausgeht, möchte ich versuchen, mit alternativen Möglichkeiten das Wachstum der Tumore aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen.

 

Das Themengebiet ist sehr umfangreich und die Recherche schwierig. Es gibt im Internet unheimlich viel tolle Geschichten über die wundersamsten Heilungen und Heilpraktiken. Aber mal ganz ehrlich, Hänsel und Gretel, Frau Holle und Aschenputtel helfen mir nicht weiter. Ich bin da eher an handfesten Fakten und Ergebnissen interessiert. Im Moment schätze ich die Situation so ein, dass mir die mentale Arbeit an mir selbst am ehesten Erfolge bringen wird. Damit habe ich mir zwar den schwersten Weg ausgesucht, aber Wunder erfordern nun einmal unseren Einsatz. Ich werde jetzt zwar nicht nur noch halbnackig und mit Turban auf dem Kopf leise murmelnd auf einem Teppich in der Ecke sitzen, aber ein bisschen in diese Richtung geht es schon.

Das einzig Stete ist der Wandel

Wenn ich noch etwas länger leben möchte, muss ich jeden Tag alles, was ich tue und auch alles, was ich unterlasse, hinterfragen. Neues lernen und mich von altem verabschieden. Alles passiert bei mir im wahrsten Sinne des Wortes in kleinen Schritten. Im Moment habe ich meine persönlichen Affirmationen, die ich mir jede Nacht anhöre, um bestimmte Glaubenssätze zu festigen, überarbeitet. Die Abweichungen sind nur redaktioneller Natur, aber es kamen auch ein paar Ergänzungen dazu:

Ich lasse alle Anspannung von mir abfallen.

Meine Muskeln entspannen sich.

Ich bin ganz ruhig und ich ruhe in meiner Mitte.

Ich liebe mein Leben, ich bin glücklich und ich bin dankbar.

 

Gott hat mir die Hand gereicht und mich so angenommen, wie ich bin.

Ich habe die Hand dankbar und voller Demut angenommen.

Ich vergebe mir und allen anderen.

 

Ich liebe meine Frau und bin ihr dankbar.

Ich liebe meine Söhne und ihre Frauen.

Ich liebe meine Familie.

Ich liebe aus dem tiefsten Inneren meines Herzens.

 

Ich bin stolz, ich habe Kraft und

ich bin ein beinharter Typ, der sich nichts gefallen lässt.

 

Ich bin Schöpfer meines Lebens.

Ich bin voller Energie und jeder Situation gewachsen.

Ich lebe im jetzt und bin stets achtsam.

Ich sehe in allem das Schöne.

Ich bleibe in allen Situationen ruhig und gelassen.

Mein gesamtes Wissen steht mir immer und überall zur Verfügung.

 

Ich glaube an die schöpferische Kraft meiner Gedanken

und die göttliche Weisheit und Kraft meines Unterbewusstseins,

das meinen Körper erschaffen hat und auch heilt.

Der Krebs hat seine Aufgabe erfüllt, er wird nicht mehr benötigt.

Die Tumore lösen sich auf und werden Tag für Tag kleiner.

Mein gutes und mächtiges Immunsystem erkennt die Krebszellen und hilft den Tumoren, sich aufzulösen.

Ich bin gesund und habe eine starke Lunge.

 

Ich nehme nur Lebensmittel zu mir, die gut für mich sind.

Ich nehme nur so viel zu mir, wie ich wirklich benötige.

Ich esse und trinke sehr bewusst.

Ich wertschätze meine Nahrung, die ich esse

und das Wasser, das ich trinke.

Mein Körper verarbeitet alle Nahrung optimal.

 

Ich bin für die reinigende Wirkung des Wassers dankbar.

Wasser reinigt mich innerlich und äußerlich an Körper und Geist.

Kaltes Wasser erschreckt mich nicht.

Ich genieße die erfrischende Wirkung von kaltem Wasser.

Ich liebe das Gefühl frischen und kalten Wassers auf der Haut.

Das Wasser leitet den Krebs aus meinem Körper.

 

Ich schlafe schnell ein.

Mein Schlaf ist tief, ausreichend lang und sehr erholsam.

Ich erwache immer zur rechten Zeit.

Ich träume Träume voller Liebe und Gesundheit.

Der Schlaf gibt mir die Kraft für mein wundervolles Leben.

Ich habe den Text aufgenommen und wieder mit sanfter Musik unterlegt. Da ich die Musik nicht selber komponiert habe, kann ich die fertige Affirmation hier nicht als Audiodatei hinterlegen. Aber die Musik kann ich Euch auf jeden Fall empfehlen. Es ist ein vierstündiges Video auf Youtube, von dem ich mir eine viertel Stunde herausgeschnitten habe. Die Musik ist super zum entspannen, einschlafen und schlafen.

Des Weiteren habe ich das Portfolio meiner Nahrungsergänzungsmittel um Neem erweitert. Ich nehme es jetzt jeden Morgen zusammen mit Kurkuma auf nüchternen Magen ein. Ich nehme von beidem je eine Kapsel zusammen mit einem Teelöffel Leinöl und meinen Vitamin D3-Tropfen ein. Ich erhoffe mir davon, meinem Körper damit die erforderlichen Mittel an die Hand zu geben, um das Wachstum der Tumore zu verlangsamen und die Neubildung von Metastasen zu erschweren.

Heute, am 19. Tag nach der 10. Gabe, ist alles im gewohnten Bereich. Die Beine dürften ruhig ein wenig dünner sein und die Augen etwas weniger tränen, aber insgesamt kann ich nach wie vor sehr dankbar sein, wie gut es mir geht. Übermorgen geht es schon wieder ab nach Frankfurt zur 11. Gabe der zweiten Therapie. Irgendwie bin ich schon ganz ungeduldig. Ich freue mich schon richtig darauf. Meine Wunde am Kopf macht jetzt tatsächlich auch den Eindruck, als wenn sie endgültig verheilen würde. Da wäre ich sehr froh. Es nervt halt schon, wenn man sich andauernd alle Klamotten, das Bett und alles mögliche andere mit Blut verschmiert.

Am Freitag geht es dann noch zum Hausarzt wegen der B12-Spritze. Der wichtigste Termin dieser Woche, nein, nicht nur dieser Woche. Der wichtigste Termin der ganzen nächsten Zeit ist die standesamtliche Trauung meines Sohnes. Die kirchliche Trauung folgt dann im August, hoffentlich unter günstigeren Rahmenbedingungen als jetzt. Meine Güte, was waren das für Zeiten, als man noch ganz normal und unbefangen feiern konnte. Aber heute testen und impfen wir erst alles in Grund und Boden, was nicht bei drei auf dem Bäumen ist. So ändern sich die Zeiten.

 

Das ist die geografische Statistik der Seitenaufrufe meiner Webseite der letzten 365 Tage. Von Norwegen über Spanien, Italien bis nach Indien. Schwerpunkt ist natürlich das Rhein-Main-Gebiet. Hier lebt der Großteil meiner Familie und Freunde. In Norwegen wohnt mein bester Freund noch aus Schulzeiten. Im etwas wärmeren Spanien leben in Barcelona und Madrid eine meiner Tanten und ihre Söhne. Das sind die mit den tollen Videos vom Montserrat. Das Tüpfelchen auf dem "i" kam heute mit New Dehli dazu. Dazu gibt es eine ganz verrückte Geschichte. Wenn ich in den nächsten Tagen Zeit finde, werde ich sie hier zum Besten geben.

Statistik Mai 2020 bis Mai 2021

Die Kupferflasche

 

Ganz spontan habe ich beschlossen, dass ich die Geschichte sofort erzähle. Die Geschichte ist einfach zu schön, um verschwiegen zu werden. Außerdem ist sie für mich ein Beweis der Resonanztheorie (Wie man in den Wald ruft, so schallt es auch heraus).

Ich habe mir über Amazon eine Trinkflasche aus Kupfer bestellt. Auf die Idee kam ich, weil es in Indien eine weitverbreitete Ayurveda-Tradition ist, Wasser überwiegend in Kupfergefäßen aufzubewahren und auch aus Kupfergefäßen zu trinken. Dahinter steht die Erfahrung aus Jahrhunderten, dass Kupfer sich sehr positiv auf das Trinkwasser auswirkt und das Wasser so für den Menschen noch wertvoller wird.

Aber nun zur eigentlichen Geschichte. Ich habe mir also so eine Kupferlasche bestellt. Es war schon bei Amazon für mich ersichtlich, dass der Verkäufer in Indien ist. Deshalb hat mich auch die zwei- bis dreiwöchige Lieferzeit nicht gewundert. Aber bereits nach wenigen Tagen bekam ich eine Mitteilung über WhatsApp, dass der Verkäufer die Flasche via DHL versendet hat. Gleichzeitig hat er sich dafür bedankt, dass ich bei ihm gekauft habe und er ganz sicher ist, dass mir die Ware gefallen wird und hat darum gebeten, ihm nach Erhalt der Ware Rückantwort zu geben.

Das habe ich so zum ersten Mal erlebt. Danach bekam ich jeden Tag ein bis zwei SMS von DHL. Nach wenigen Tagen kam dann auch schon die Flasche. Wie gewünscht habe ich ihm das mitgeteilt. Das hat ihn sehr gefreut und er hat sich sofort wieder gemeldet und um eine Bewertung bei Amazon gebeten. Da ich die Abwicklung und die Ware super fand, habe ich das auch gerne gemacht. Ich war aber so frech, ihn im Gegenzug zu bitten, auf meine Seite zu gehen, damit ich einen Aufruf aus Indien habe. Er hat dann sicherheitshalber nachgefragt, ob er auf der Seite etwas Bestimmtes machen soll. Das habe ich verneint und ihm kurz den Sinn meiner Seite und meiner Bitte erklärt.

Seine Reaktion war überraschend. Als Erstes hat er mir eine genaue Anleitung und Tipps zukommen lassen, wie ich die Flasche pflegen und reinigen soll, damit sie ihre ayurvedischen Fähigkeiten behält. Nachdem ich mich dafür bedankte, hat er mir noch eine Nachricht geschickt. Der Einfachheit halber habe ich sie durch den Google Translator gejagt:

Jemand sagte zu Recht:
„Gott wird deine Schlachten führen, wenn du einfach still bleibst. Er kann dich durchbringen. Vertraue ihm. Bleib stehen, glaube weiter und hoffe weiter. “

Ich bete mit meiner vollen Kraft zum Allmächtigen für Ihr Wohlergehen und kann Ihnen immense Kraft geben, die Zeit mit einem Lächeln zu bewältigen 🥰✝️🙌

Das hat mich tief berührt. Natürlich habe ich ihm zurückgeschrieben und mich auf meine Weise bedankt. Mir hat das so einen Spaß gemacht und den ganzen Tag versüßt. Außerdem kann ich jetzt voller Stolz erzählen, dass meine Seite selbst in New Delhi angesehen wird.

Wer sich und/oder anderen eine Freude machen möchte oder einfach nur neugierig ist, welcher Verkäufer das war, kann sich das hier anschauen.

Heute war der Tag der 11. Gabe der 2. Therapie. Kurz überschlagen müsste es insgesamt ungefähr meine zwanzigste Therapiegabe gewesen sein. Sechs davon waren die Gaben der 1. Therapie, dann folgten drei Gaben einer reinen Immuntherapie und jetzt die 11 Gaben der neuen Therapie. Alles lief wie gewohnt. Aufstehen um 5 Uhr, fertig machen und gegen 6.45 Uhr losfahren nach Frankfurt. Ankunft in der Ambulanz gegen 7.30 Uhr. Anmeldung, Blutabnahme und warten. Besonders das Warten durfte ich heute auskosten. Es hat alleine fast fünf Stunden gedauert, bis meine Therapie angeliefert wurde. Die Therapie selbst besteht aus zwei verschiedenen Wirkstoffen in jeweils einem eigenen Infusionsbeutel. Jeweils vor und nach diesen Wirkstoffen wird mit einer Kochsalzlösung gespült. Zwischendrin gibt es dann noch zwei kleinere Medikamentengaben. Eines gegen Übelkeit und ein Antiallergikum. Insgesamt dauert der Vorgang rund zweieinhalb Stunden

Die Infusion verlief wie gewohnt unspektakulär. Wie immer waren alle Schwestern und Pfleger supernett. Da ich immer wieder dazu lerne, hatte ich heute eine Kuscheldecke dabei. Ich hatte das Glück und konnte mir für die Infusion eine Liege aussuchen. Kaum angeschlossen, habe ich mich schön eingemummelt und bin auch tatsächlich sofort eingeschlafen. Immer wenn ein Infusionsbeutel oder eine Spülung zu Ende ist, meldet sich das Gerät mit einem Piepton. Davon wurde ich einige Male sanft geweckt, bin aber sofort wieder eingeschlafen. So ist wenigstens diese Zeit wie im Flug vergangen. So gegen 16.30 Uhr war ich dann wieder zu Hause. Insgesamt war es für mich ein sehr anstrengender Tag.

Endlich Schwiegerpapa ...

Heute, am dritten Tag nach der 11. Gabe der 2. Therapie, bin ich schon den zweiten Tag Schwiegervater. Gestern war die standesamtliche Trauung meines Sohnes. Die kirchliche Trauung folgt dann im August in der Hoffnung, dass man dann ohne dramatische Einschränkungen feiern kann. Aufgrund der Corona-Einschränkungen konnten nicht alle im Standesamt dabei sein. Um niemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen, ist das Brautpaar alleine in das Trauzimmer gegangen. Es wird aber dafür gesorgt, dass wir alle einen Videobeweis des Ja-Wortes bekommen.

Im Anschluß an die Trauung hat das Brautpaar zum Essen eingeladen. Das ging nur in einem eingeschränkten Kreis von zehn Personen. Da meine reizende Schwiegertochter dafür gesorgt hat, dass jeder von uns einen Corona-Test machen konnte und alle zehn negativ waren, konnten wir bei einem Italiener im Außenbereich essen gehen. Wie in guten alten Zeiten. Es war einfach toll. Die Familie ist so wieder ein Stück größer geworden und ich muss sagen, es sind alles supertolle Menschen. Nach Abschluss des Essens war ich am Nachmittag so fertig, dass ich bis zum Abend durchgeschlafen habe. Das Abendessen habe ich dann auch ausfallen lassen und mich lieber gleich wieder hingelegt.
 

Auch heute bin ich noch sehr müde. Das kommt aber von der Therapie. Genauso wie das starke Nasenbluten und die wieder deutlich dickeren Beine. Auch im Mund spüre ich bereits wieder Veränderungen. Noch nicht schmerzhaft, aber eben spürbar. Der Geschmacksinn fängt schon wieder an, sich zu verändern, die Zunge fängt an zu kribbeln und der Hals kratzt ganz ordentlich. Meine Stimme klingt auch schon wieder ganz fremd und viel schwächer, als ich mich fühle.

Vier Tage nach der letzten Gabe steigern sich die Nebenwirkungen weiter. Besonders das Nasenbluten. Einen Moment lang sah es hier ein bisschen aus wie in einer Schlachterei. Die Beine sind ebenfalls noch etwas dicker geworden und auch in Mund und Hals spitzt sich die Situation weiter zu. Seit gestern Abend gibts wieder Spaghetti mit Pesto. Ich hoffe sehr, dass ich die richtige Mukositis auch diesmal verhindern kann. Aber das muss ich abwarten.

Mental zehre ich immer noch von der schönen Hochzeitsfeier. Ich bin so dankbar, dass ich das miterleben durfte. Ab sofort arbeite ich ganz feste daran, auch Mitte August bei der kirchlichen Trauung so fit zu sein. Es wäre ganz nett, wenn mich das Wetter dabei ein wenig unterstützen würde. Aber nein, die mussten ja unbedingt die CO2-Steuer einführen und damit den (für mich angenehmen) Klimawandel auf den St. Nimmerleinstag verschieben. Zumindest hat es vom Januar bis jetzt recht gut funktioniert. Alle Monate, besonders der April und der Mai, liegen unter dem langjährigen Temperaturdurchschnitt. Ich gehe ganz stark davon aus, dass man deshalb bereits hinter verschlossenen Türen fieberhaft an einer Corona- und einer Insolvenzsteuer arbeitet. Damit dürfte dann die Kreativität deutscher Politik fürs Erste mehr als ausgeschöpft sein.

Eine knappe Woche nach der Gabe haben sich die Nebenwirkungen noch einmal verstärkt. Nicht dramatisch, aber insgesamt doch unangenehm. Besonders ärgert mich, dass es mir diesmal anscheinend nicht ganz gelingt, die Mukositis im Keim zu ersticken. Die Zunge fängt an anzuschwellen und meine Standardschwachstelle schickt sich an aufzuplatzen. Noch ist die Stelle nicht offen, aber es fühlt sich nach mindestens zwei weiteren Tagen Spaghetti mit Pesto an.

Die Sache mit dem Krankengeld, dem Reha- und dem damit verbundenen Rentenantrag beeinflusst mein Gemüt ebenso wie dieses nasskalte Wetter. Bezüglich des Wetters bin ich machtlos, aber in Sachen Rente habe ich heute mächtig rumtelefoniert. Ich kam da ganz spontan drauf, da heute meine Stimme urplötzlich wieder fast ganz normal klingt. Davor klang ich tagelang wie das Leiden Christi persönlich. Niemand hat mich mehr am Telefon erkannt, dafür schwappte mir immer sofort eine riesige Welle des Mitleids und Mitgefühls entgegen.

Ich bekomme jetzt in den nächsten Tagen Unterlagen von der Arbeitsagentur zugeschickt, da es sehr wahrscheinlich ist, dass bis zur Bewilligung der Rente noch einige Zeit vergehen wird, aber ich bereits ab dem 3.7. kein Krankengeld mehr bekomme. Damit ich dann nicht mittellos dastehe, wird mir die Arbeitsagentur im Rahmen einer Nahtlosigkeitsregelung Arbeitslosengeld bezahlen, bis die Rentenzahlung einsetzt.

Genau eine Woche nach der letzten Gabe ist die Zunge doch noch an einer Stelle aufgerissen. Auch wenn mich das schon etwas ärgert, nehme ich es als Zeichen dafür, dass die Therapie wirkt. Das ist ja schließlich das Entscheidende. Ansonsten sind das Nasenbluten, das Augentränen und die dicken Beine nach wie vor recht ausgeprägt. Sie werden aber von der ewigen und heftigen Müdigkeit deutlich in den Schatten gestellt. Ich bräuchte jetzt dringend mal ein paar Tage am Stück mit Sonnenschein und über 20°. Einfach mal wieder ohne Dreck an den Füßen, ohne dicke Jacke, ohne Mütze und ohne Schutzbrille im Wald spazieren. Die Waldluft riechen, den Insekten und Vögeln zuhören und das frische Grün der Bäume auf die Seele wirken lassen.

Der Mai verabschiedet sich am elften Tag nach der letzten Gabe mit wunderschönem Wetter. Die letzten beiden Tage habe ich jeweils damit begonnen, mich am ganz frühen Morgen in die aufgehende Sonne zu setzen. Anfangs immer mit dicker Jacke und Decke, aber so nach und nach konnte ich beides zur Seite legen. Zwischen 8 und 9 Uhr wurde es dann schon so warm, dass ich sogar mit freiem Oberkörper sonnen konnte. Das bringt um die Zeit zwar noch kein D3, aber die wärmenden Sonnenstrahlen geben mir so ein tolles energetisches Gefühl. Es fühlt sich für mich an, als würden sie mich vollständig durchdringen und mir so die Kraft zur Heilung geben.

Meine Zunge ist wieder in Ordnung und das Nasenbluten wird wieder etwas weniger. Leider kann ich das vom Augentränen nicht behaupten. Meine Nase ist vom vielen Schnäuzen ziemlich wund. So ein richtig nettes Säufernäschen. Selbst mein Zaubermittel Kokosöl mit Kamille hat kaum eine Chance das zu heilen. Kaum aufgetragen ist auch schon das nächste Taschentuch im Einsatz. Aber irgendwann wird das auch wieder. Die Beine wollen nicht wirklich dünner werden, aber das empfinde ich als unproblematisch.

Wenn's nicht klappt: Ersatzlink

Wenn's nicht klappt: Ersatzlink

Bilder aus dem Mai 2021

Jeden Tag geschehen Wunder. Wir müssen sie nur zulassen.