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Mein Kampf gegen den Krebs

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Aufgeben ist keine Option

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Februar 2020

 

Am Anfang der Behandlung steht die genaue Analyse des Tumors. Die entnommenen Gewebeproben werden hierfür zahlreichen Untersuchungen unterzogen. Mit dem sogenannten Next Generation Sequencing wird das Genom der Krebszellen entschlüsselt und auf Mutationen untersucht.  Dadurch werden sehr individuelle Behandlungsmethoden möglich. Die Erfolgsquoten in der Behandlung haben sich durch diese Verfahren in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Der einzige Nachteil für den Patienten ist, dass diese Analysen sehr zeitaufwendig sind. Gefühlt dauert es Ewigkeiten, bis endlich die Ergebnisse vorliegen und damit der Startschuss für die medizinische Behandlung gegeben werden kann. Genau in dieser (unangenehmen) Wartephase befinde ich mich gerade.

 

Ich nutze die Zeit, um mich für die anstehenden Behandlungen so fit wie möglich zu machen. Ich habe mittlerweile meine Ernährung vollständig umgestellt. Ich vermeide weitgehend Kohlenhydrate und Zucker und esse kaum noch Fleisch, ganz besonders kein Schweinefleisch. Hauptbestandteil meiner Ernährung sind verschiedene Kohlgemüse, rote Zwiebeln, Tomaten, ausgewählte Öle, spezielle Gewürze und Nüsse und besondere Teesorten. Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Frau. Sie hat sich sofort, mit Unterstützung der ganzen Familie, schlaugemacht und zahlreiche Rezepte zusammengetragen. Ich werde verwöhnt wie in einem Hotel der Spitzenklasse. Dafür hat sie sich  beruflich stark zurückgenommen und ihre Arbeit als Filialleiterin aufgegeben. Glücklicherweise haben wir beide tolle Arbeitgeber, die mit viel Verständnis und Unterstützung auf unsere neue Lebenssituation reagiert haben. Dafür sind wir beide sehr dankbar und wissen das auch sehr zu schätzen.

Ein weiterer wichtigerer Punkt ist Bewegung. Mir wurde aufgezeigt, dass es in erster Linie die Menschen sind, die gegen den Krebs gewinnen, die sich täglich bis an ihre Leistungsgrenze sportlich betätigen. Für mich bedeutet das, dass ich im Rahmen meiner Möglichkeiten so viel wie möglich spazieren gehe. Auch wenn wir hier nur über kleine Strecken sprechen, so ist das für mich nicht einfach. Die Tumore haben bereits so viel Platz eingenommen, dass ich schon bei kleinen Anstrengungen mit Husten und Atemnot zu kämpfen habe.

Am 20.02.2020 startete die erste Staffel der medizinischen Therapie. Allein schon mal das Datum interpretiere ich als Erfolgsgarantie. Beim ersten Mal erfolgt das aus Sicherheitsgründen stationär. Ich habe am ersten Tag zuerst eine Immuntherapie bekommen, am zweiten Tag dann die speziell für mich ausgewählte Chemotherapie. Es kann zwar bis zu sechs Tagen nach der Gabe noch zu Nebenwirkungen kommen, aber bis zur Stunde habe ich alles bestens vertragen. Das macht mich sehr glücklich und zuversichtlich.

In ein paar Tagen geht es zur Nachuntersuchung mit Blutkontrolle und Arztgespräch. Anfang März werde ich einen sogenannten "Port" gesetzt bekommen. Das vereinfacht dann die künftigen Infusionen. Und mit denen geht es dann auch in kurzen Intervallen weiter. Solange keine Komplikationen auftreten, werden diese dann ambulant verabreicht. Normalerweise freut einen das ja, aber wie ihr unten an den Bildern sehen könnt, ist ein stationärer Aufenthalt für einen Hobbyfotografen wie mich ein Hochgenuss. Der Ausblick auf die Frankfurter Skyline ist einfach umwerfend. Außerdem sind im Nordwestkrankenhaus alle Ärzte und Mitarbeiter sehr freundlich, hilfsbereit und verständnisvoll. Vielleicht kann ich mit etwas Geschick noch mal einen stationären Aufenthalt erreichen. Aber natürlich nur mit Bett am Fenster und Blick auf die City.

Bis zum Tag vier nach der Chemo habe ich glücklicherweise keine Nebenwirkungen verspürt. Ganz im Gegenteil. Ich habe seit Wochen das erste Mal das Gefühl gehabt, dass es mir etwas besser geht. Seit Tag fünf habe ich immer mal wieder etwas leichte Übelkeit. Insgesamt bin ich froh, dass ich die Chemo bisher so gut vertragen habe. Das macht mir jedenfalls noch mehr Hoffnung. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Termine. 

Am Tag acht nach dem Start der ersten Therapierunde erfolgte eine erste Nachuntersuchung. Größere Nebenwirkungen blieben mir bisher erspart. Meine Blutwerte sind in Ordnung und die Wassereinlagerungen in der Lunge sind verschwunden. Die Ärzte gehen davon aus, dass die Therapie anspricht. Bis sich allerdings meine Atemnot spürbar entschärft, werde ich noch etwas Geduld haben müssen. Mit dem Heilungsprozess, der die Verdängung der Krebszellen beinhaltet, gehen Entzündungsereignisse einher. Diese führen erst einmal dazu, dass zeitweise weiteres Lungenvolumen verloren geht.

Wir werten das Ergebnis als Riesenerfolg. Wir fühlen uns in unserem Handeln bestätigt und werden diesen Weg konsequent und voller Zuversicht weiter gehen. Manch einer wird das nicht verstehen können, aber ich bin im Moment so zufrieden und glücklich wie selten zuvor.

Bilder aus dem Februar 2020

 

In der Mitte der Nacht beginnt der neue Tag

2. Brief eines ganz lieben Menschen

Jeden Tag geschehen Wunder. Wir müssen sie nur zulassen.